Ein Forschungsteam unter Leitung von Professor Mi Hee Lim am KAIST, dem Korea Advanced Institute of Science and Technology, berichtet, dass ein Proteinfragment die Amyloid-beta-Ablagerungen in einem transgenen Mausmodell der Alzheimer-Krankheit um rund 53 Prozent senkte. Das Fragment, ein Abschnitt eines Zinkfingerproteins namens ZF2-4, wurde mit einem kurzen Peptid namens P9 versehen, das ihm den Weg über die Blut-Hirn-Schranke erleichtern soll.
Die Arbeit erschien am 30. September online in Advanced Science (DOI 10.1002/advs.77886) und wurde Anfang November vom KAIST bekannt gegeben. Zum Team gehörten Forschende der Jeonbuk National University, von KRIBB, KBSI und dem Institute for Basic Science.
Ein Genregulator mit neuer Aufgabe
Zinkfingerproteine sind vor allem als Regulatoren von Genen bekannt. Mit Computersimulationen und Experimenten fand das Team, dass der Abschnitt ZF2-4 direkt an Bereiche von Amyloid-beta bindet, die dessen Aggregation antreiben, jene Verklumpung, aus der die bei der Alzheimer-Krankheit gefundenen Plaques entstehen.
In Labortests unterdrückte der Abschnitt die Bildung neuer Amyloid-beta-Fibrillen. Er wirkte auch auf bereits gebildete Fibrillen und zerlegte sie in kurze Bruchstücke, die für Zellen weniger giftig waren.
Der Weg ins Gehirn
Die Blut-Hirn-Schranke begrenzt, was ins Gehirn gelangt, und erschwert so die Zufuhr von Proteintherapien. Das Team heftete P9, ein kurzes Peptid, das Molekülen den Durchtritt erleichtert, an ZF2-4 und schuf so ZF2-4-P9. Das Peptid ist hier der Transportvermittler. Der Proteinabschnitt ist es, der auf Amyloid-beta wirkt.
Was die Mausstudie zeigte
In den transgenen Alzheimer-Mäusen senkte ZF2-4-P9 die Amyloid-beta-Ablagerungen in der Großhirnrinde und im Hippocampus jeweils um etwa 53 Prozent gegenüber den Kontrollen. Die Aktivierung der Mikroglia, ein Zeichen für Entzündung im Gehirn, ging in der Rinde um etwa 29 Prozent und im Hippocampus um etwa 50 Prozent zurück.
Das Wiedererkennungsgedächtnis verbesserte sich. Andere Lern- und Gedächtnistests zeigten keine signifikante Verbesserung.
Was noch unbekannt ist
Die Mitteilung und die Berichte nennen weder die Sequenz von P9 noch Dosis, Applikationsweg und Schema bei den Mäusen. Wirksamkeit beim Menschen und Langzeitsicherheit sind nicht belegt, und die Studie sagt nicht, ob sich der Ansatz zu einem Arzneimittel entwickeln ließe.
OrientSciences stützt sich auf die Mitteilung des KAIST und die Berichterstattung darüber und hat die vollständige Arbeit nicht gelesen.